Führerschein Grenzwerte - Schnelltest, Nanogramm, Abbauprodukte - Die seltsame Jagd auf nüchterne Kiffer

Wissenschaft
Diskussion
03.11.2017 - 12:15 bis 13:45
Stage II

Session abstract: 

Welcher Cannabiskonsument kennt das nicht - die Angst vor dem Urintest bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle? Und zu Recht, denn mit den gängigen Schnelltests lässt sich Cannabiskonsum zum Teil noch wochenlang mittels der Abbauprodukte nachweisen und allzuoft liefern sie komplett falsche Ergebnisse. Ein Positiv-Test reicht dennoch aus, um den Anfangsverdacht zu generieren und für eine Zwangsfahrt auf die Polizeiwache oder zum nächsten Krankenhaus zur Blutentnahme zu rechtfertigen. Wenn im Blut dann noch Restmengen (1,0 ng THC/mL Blutserum) nachgewiesen werden können, dann wird einem eine Rauschfahrt attestiert, selbst wenn der letzte Konsum schon Tage her ist. Nach §24a StVG findet eine seltsame Jagd auf nüchterne Kiffern statt, die für die Betroffene meist weit mehr Konsequenzen als 500 Euro Geldbuße, 2 Punkte in Flensburg und 4 Wochen Fahrverbot hat.

Was muss sich ändern, damit nur eine tatsächliche Rauschfahrt unter THC Einfluss geahndet wird? Wie hoch müsste ein normierter Grenzwert sein? Welche Testverfahren könnten tatsächlichen Rauschfahrten auf die Spur kommen? Gibt es eventuell bessere Testverfahren als die aktuell verwendeten?